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Naturbaustoffe: ökologisch bauen mit Lehm, Kalk und Naturdämmstoffen

Bei Naturbaustoffe21 finden Sie Lehmputze, Lehmsteine, Reinkalkputze, Pigmente, Öle und Dämmmaterial für Neubau, Altbausanierung und Denkmalpflege – geliefert direkt auf Ihre Baustelle. Alle Materialien sind diffusionsoffen, feuchteregulierend und lassen sich am Ende ihrer Nutzung wieder in den Stoffkreislauf zurückführen.

Kurz erklärt

Naturbaustoffe sind Baumaterialien aus überwiegend natürlichen, mineralischen oder nachwachsenden Rohstoffen, die mit geringem Energieaufwand aufbereitet und ohne synthetische Bindemittel verarbeitet werden. Typische Vertreter sind Lehm, Kalk, Sand, Ton, Hanf, Schilf und Naturöle. Ein Naturbaustoff bleibt bauphysikalisch offen: Er nimmt Feuchtigkeit auf, gibt sie wieder ab und lässt sich sortenrein zurückbauen.

Warum Naturbaustoffe? Sechs Gründe aus der Baupraxis

Naturbaustoffe sind keine Nostalgie, sondern gebaute Bauphysik. Lehm und Kalk regulieren die Raumfeuchte, kommen ohne Kunststoffdispersionen aus und lassen Wände arbeiten, statt sie abzudichten. Genau das macht sie im Altbau so wertvoll – und im Neubau so zukunftsfähig.

Ausgeglichenes Raumklima

Lehm nimmt Luftfeuchtigkeit schnell auf und gibt sie ebenso schnell wieder ab. Die relative Luftfeuchte pendelt sich dadurch spürbar ruhiger ein – wichtig in Schlaf- und Kinderzimmern.

Emissionsarme Oberflächen

Reine Lehm- und Kalkprodukte enthalten keine Lösemittel und keine Kunststoffbindemittel. Was an der Wand steht, steht auch in der Deklaration.

Kalk erschwert Schimmel

Frisch angemachter Kalk ist stark alkalisch. Der hohe pH-Wert entzieht Schimmelpilzen die Lebensgrundlage – deshalb sind Reinkalkputze in feuchtebelasteten Räumen erste Wahl.

Sehr geringe Herstellungsenergie

Lehm wird nicht gebrannt, sondern nur aufbereitet und getrocknet. Das CO₂-Äquivalent von erdfeuchtem Lehmputzmörtel liegt nach Angaben des Dachverbands Lehm bei rund fünf Prozent eines zementgebundenen Putzes (Richtwert).

Kreislauffähig statt Sondermüll

Ungebrannter Lehm bleibt wasserlöslich: Reste lassen sich wieder anmachen, Rückbaumaterial neu verwenden. Kein Verbundstoff, keine Entsorgungsfrage.

Masse, die trägt und dämpft

Lehmsteine und Stampflehm bringen Rohdichte ins Gebäude. Das speichert Wärme, puffert Temperaturspitzen im Sommer und verbessert den Schallschutz von Innenwänden.

Unser Sortiment: Naturbaustoffe für Wand, Decke und Boden

Wir führen ein fokussiertes Sortiment statt eines Katalogs, in dem Sie sich verlieren. Jede Kategorie ist so aufgebaut, dass Sie einen kompletten Wandaufbau bestellen können – vom Haftgrund bis zum Streichputz.

Lehmprodukte

Das Herzstück: Lehmputze in trockener und erdfeuchter Lieferform, Oberputze, Glätten und Steine.

Lehm im Trockenbau

Massiv oder in Platten – für Innenwände, Vorsatzschalen und Ausfachungen im Fachwerk.

Kalk-Produkte

Reiner Kalk ohne Zementzusatz für Sockel, Keller, Bad und feuchtebelastete Bauteile.

Farbe & Zuschlag

Erdpigmente und Zuschlagstoffe, mit denen Sie Farbton und Struktur selbst bestimmen.

Untergrund & Putzträger

Ohne tragfähigen Grund kein dauerhafter Putz. Hier finden Sie die Vorbereitung dafür.

Dämmmaterial & Oberflächenschutz

Naturfasern für Fugen und Anschlüsse, Öle und Wachse für Holz und mineralische Böden.

Lehm oder Kalk? Die beiden Naturbaustoffe im Vergleich

Die häufigste Frage in unserer Beratung. Die kurze Antwort: Lehm für trockene Innenräume, Kalk überall dort, wo Feuchte ins Spiel kommt. Beide Naturbaustoffe lassen sich im selben Gebäude kombinieren – der Klassiker ist Lehmputz im Wohnraum und Reinkalkputz im Bad und im Sockelbereich.

Eigenschaften im direkten Vergleich – Orientierungswerte, verbindlich sind die Technischen Merkblätter der Hersteller.
Kriterium Lehm Kalk
Abbinden Physikalisch durch Trocknung – bleibt wasserlöslich und reversibel Chemisch durch Karbonatisierung mit CO₂ aus der Luft – bleibt danach fest
Feuchte Sehr hohe Sorptionsfähigkeit, puffert Feuchtespitzen im Raum Diffusionsoffen und stark kapillar leitfähig, trocknet Bauteile aus
Feuchträume Nur mit Spritzwasserschutz, nicht für Duschbereiche Erste Wahl in Bad, Keller und Sockel
Schimmel Wirkt über Feuchteentzug an der Oberfläche Hoher pH-Wert entzieht Pilzen zusätzlich den Nährboden
Außenbereich Nur witterungsgeschützt oder als Unterputz Bewährt an der Fassade, historisch wie modern
Optik Warme Erdtöne, matt, samtig; mit Pigmenten frei einfärbbar Helles, tiefes Weiß; glättbar bis zu geschlossenen Oberflächen

Der Wandaufbau: so entsteht eine Lehmwand Schicht für Schicht

Ein Lehmputz ist kein Einzelprodukt, sondern ein System. Diese Reihenfolge hat sich auf tausenden Quadratmetern bewährt – und sie zeigt Ihnen zugleich, welche Kategorien unseres Shops zusammengehören.

Schichtaufbau einer verputzten Lehmwand im Schnitt Von links nach rechts: Untergrund wie Mauerwerk oder Fachwerk, darauf Untergrundvorbehandlung und Putzträger, dann Lehm-Unterputz mit Armierung, darauf Lehm-Edelputz oder Lehmglätte und zuletzt der Lehmstreichputz als farbige Oberfläche. Untergrund Haftgrund Unterputz Oberputz Anstrich Raumseite Feuchte­austausch Schnitt durch die Wand
Schematischer Schichtaufbau: Jede Lage bleibt diffusionsoffen, damit Feuchtigkeit in beide Richtungen wandern kann.
  1. Untergrund prüfen und vorbereitenTragfähig, staubfrei, saugfähig? Stark saugende oder glatte Gründe erhalten eine Untergrundvorbehandlung als Haftbrücke.
  2. Putzträger montierenBei Fachwerk, Holzuntergründen und Materialwechseln kommt Schilfrohrgewebe oder Putzträger zum Einsatz – die klassische Lösung gegen Risse an der Fuge.
  3. Unterputz auftragenLehmputz Universal in ein oder zwei Lagen, bei Bedarf mit Armierungsgewebe. Erdfeucht kommt fertig angemacht, trocken sparen Sie Transportgewicht.
  4. Oberputz gestaltenLehmedelputz für Struktur, Lehmglätte für glatte, fast spiegelnde Oberflächen.
  5. Farbe gebenLehmstreichputz deckt und strukturiert; mit Pigmenten mischen Sie Ihren Farbton selbst an.

Naturbaustoffe für Ihr Bauvorhaben

Neubau

Im Neubau spielen Naturbaustoffe ihre Stärke als Speichermasse aus. Lehmsteine nach DIN 18945 lassen sich mit Lehmmauermörtel nach DIN 18946 zu Innenwänden vermauern, die Wärme puffern und Schall schlucken. Für tragendes Lehmsteinmauerwerk liegt seit 2023 mit der DIN 18940 eine Bemessungsnorm vor, die den Einsatz bis einschließlich Gebäudeklasse 4 regelt – Lehm ist damit kein Sonderfall mehr, sondern ein planbarer Baustoff.

Altbau und Fachwerk

Historische Wände brauchen Baustoffe, die Feuchtigkeit weitergeben statt sie einzusperren. Ein Fachwerkgefach mit Lehm-Ausfachung, Schilfrohr als Putzträger und Lehmputz funktioniert genau so, wie es vor 200 Jahren geplant war. Zementhaltige Putze richten hier oft mehr Schaden an, als sie beheben.

Denkmalpflege

Bei denkmalgeschützten Gebäuden zählt Materialgerechtigkeit. Reiner Kalk, Stampflehm und Lehmmauermörtel entsprechen dem historischen Bestand und sind reversibel – ein Argument, das Ihnen jede Denkmalschutzbehörde bestätigt. Sprechen Sie uns an, wenn Sie ein Aufmaß oder ein Materialkonzept abstimmen müssen.

Selbermachen

Lehm verzeiht Fehler. Was nicht gelungen ist, wird angefeuchtet, abgenommen und neu aufgetragen – ein Vorteil, den kein zementgebundener Putz bietet. Deshalb ist Lehmputz der Naturbaustoff, mit dem die meisten Bauherrinnen und Bauherren ihre erste eigene Wand verputzen.

Normen und Qualität: Lehm ist ein geregelter Baustoff

Naturbaustoff heißt nicht ungeregelt. Für Lehmbauprodukte existiert seit 2013 eine eigene Normenreihe, die 2024 in einer aktualisierten Generation erschienen ist. Unsere Produkte richten sich nach diesen Regelwerken – und die dazugehörigen Kennwerte finden Sie in den Technischen Merkblättern auf den jeweiligen Produktseiten.

Regelwerke für Lehmbaustoffe
  • DIN 18945 – Lehmsteine
  • DIN 18946 – Lehmmauermörtel
  • DIN 18947 – Lehmputzmörtel
  • DIN 18948 – Lehmplatten
  • DIN 18942-1 / -100 – Begriffe und Konformitätsnachweis
  • DIN 18940 – tragendes Lehmsteinmauerwerk
  • Lehmbau Regeln und Technische Merkblätter des Dachverbands Lehm e. V.
Regelwerke für Kalk
  • DIN EN 459-1 – Baukalk, u. a. Weißkalkhydrat der Klasse CL 90-S
  • DIN 18550-2 – Planung und Ausführung von Innenputz; Lehmputze sind darin regulär aufgeführt

Lehmsteine tragen zusätzlich eine Kennzeichnung nach Anwendungsklasse (Ia, Ib, II, III) und Format (DF, NF, 2 DF, 3 DF, 4 DF). Welche Klasse Sie brauchen, hängt davon ab, ob das Mauerwerk verputzt, verkleidet oder witterungsgeschützt ist.

Vergleich des CO₂-Äquivalents von Lehmputzmörtel und Zementputz Balkendiagramm: Zementgebundener Putz entspricht 100 Prozent als Bezugswert, erdfeucht gelieferter oder solargetrockneter Lehmputzmörtel liegt bei etwa 5 Prozent des CO₂-Äquivalents. CO₂-Äquivalent im Vergleich (Bezugswert = 100 %) Zementgebundener Putz 100 % Lehmputzmörtel ca. 5 % Richtwert für erdfeucht gelieferten oder solargetrockneten Lehmputzmörtel nach Angaben des Dachverbands Lehm e. V.
Lehm wird nicht gebrannt – der Unterschied in der Herstellungsenergie ist entsprechend groß. Richtwert, keine projektbezogene Ökobilanz.

Beratung, Lieferung und Service

Naturbaustoffe kauft man selten nach Datenblatt allein. Wenn Sie unsicher sind, welcher Putz auf Ihren Untergrund gehört, wie viel Material Ihre Fläche braucht oder ob ein Aufbau bauphysikalisch aufgeht: Rufen Sie an. Wir rechnen den Bedarf mit Ihnen durch, bevor Sie bestellen.

Persönliche Beratung

Montag bis Freitag von 9:00 bis 17:00 Uhr unter 07555 – 94750.

Mengenermittlung

Wandfläche, Schichtdicke und Verbrauch pro Quadratmeter – wir kalkulieren Ihre Bestellung auf Wunsch mit.

Lieferung auf die Baustelle

Sackware und Palettenware liefern wir direkt an, auch für größere Bauvorhaben.

Häufige Fragen zu Naturbaustoffen

Was zählt eigentlich als Naturbaustoff?

Als Naturbaustoff gelten Materialien aus natürlichen mineralischen oder nachwachsenden Rohstoffen, die möglichst wenig verarbeitet und ohne synthetische Bindemittel eingesetzt werden: Lehm, Kalk, Sand, Ton, Hanf, Schilf, Holz und Naturöle. Entscheidend ist nicht nur die Herkunft, sondern auch, dass der Baustoff diffusionsoffen bleibt und sich sortenrein zurückbauen lässt.

Sind Naturbaustoffe teurer als konventionelle Baustoffe?

Im reinen Materialpreis liegen Lehm- und Kalkputze oft über Gipsputz, im Gesamtprojekt relativiert sich das schnell: Sie sparen Dampfsperren, kommen bei Eigenleistung gut zurecht und vermeiden Folgekosten durch Feuchteschäden. Bei Sackware lohnt sich zudem der Blick auf den Preis pro Quadratmeter statt pro Sack – die Verbräuche unterscheiden sich je nach Schichtdicke deutlich.

Kann ich Lehmputz selbst verarbeiten?

Ja. Lehmputz ist der einsteigerfreundlichste Putz überhaupt, weil er physikalisch abbindet: Solange er feucht ist, können Sie ihn korrigieren, abnehmen und neu auftragen. Wichtig sind ein tragfähiger Untergrund, gleichmäßige Schichtdicken und ausreichend Trocknungszeit mit guter Durchlüftung.

Was ist der Unterschied zwischen trockenem und erdfeuchtem Lehmputz?

Trockener Lehmputz kommt als Sackware und wird auf der Baustelle mit Wasser angemacht – leichter im Transport, flexibel in der Lagerung. Erdfeuchter Lehmputz wird bereits angemacht geliefert und ist sofort verarbeitbar, wiegt dafür mehr und muss zeitnah verbraucht werden. Für kleine Flächen und Selbstbau ist trocken meist praktischer, für große Flächen mit Maschinenauftrag erdfeucht.

Hilft Lehmputz gegen Schimmel?

Lehm nimmt Feuchtigkeit rasch auf und gibt sie wieder ab. Dadurch bleibt die Oberfläche trockener, was Schimmel das Wachstum erschwert. Eine bauliche Ursache – etwa eine Wärmebrücke oder aufsteigende Feuchte – ersetzt der Putz allerdings nicht. In feuchtebelasteten Räumen ist ein Reinkalkputz die bessere Wahl, weil sein hoher pH-Wert Schimmelpilzen zusätzlich den Nährboden entzieht.

Kann Lehmputz auch ins Bad?

In Bädern ja, außerhalb der direkten Spritzwasserzonen. Dusche und Wannenumrandung brauchen eine geeignete Abdichtung oder Fliesen; die übrigen Wandflächen profitieren dagegen von der hohen Feuchtepufferung des Lehms. Als Alternative empfehlen wir dort Reinkalkputz, der Feuchte nicht nur speichert, sondern auch schnell wieder abgibt.

Welche Lehmsteine brauche ich für mein Projekt?

Das hängt von der Anwendungsklasse ab: Klasse Ia für verputztes Außenmauerwerk von Sichtfachwerk, Ib für durchgängig verputztes Außenmauerwerk, II für verkleidetes oder witterungsgeschütztes Mauerwerk und Innenwände, III für trockene Anwendungen wie Deckenfüllungen und Stapelwände. Dazu kommt das Format – von DF (240 × 115 × 52 mm) bis 4 DF. Wenn Sie unsicher sind, nennen Sie uns Ihren Wandaufbau, wir ordnen die Klasse zu.

Kann ich Lehmputz auf Gipskarton oder Beton auftragen?

Ja, mit der passenden Vorbehandlung. Glatte, wenig saugende Untergründe wie Beton oder Gipskarton brauchen eine Haftbrücke oder einen gekörnten Haftgrund, damit sich der Putz mechanisch verkrallen kann. Bei Materialwechseln – etwa Holz auf Mauerwerk – legen Sie zusätzlich einen Putzträger ein.

Wie lange muss Lehmputz trocknen?

Als Faustregel gilt etwa ein Tag pro Millimeter Schichtdicke bei guter Durchlüftung und normalen Raumtemperaturen. Entscheidend ist der Luftaustausch: Ohne Lüftung bleibt die Feuchte im Raum und die Trocknung stockt. Der nächste Auftrag folgt erst, wenn die vorherige Lage durchgetrocknet ist – bei erdfeuchtem Lehmputz in dickeren Lagen kann das mehrere Wochen dauern.

Sind Naturbaustoffe für den Neubau zugelassen?

Ja. Lehmbaustoffe sind über die Normenreihe DIN 18945 bis DIN 18948 geregelt, seit 2023 ergänzt um DIN 18940 für tragendes Lehmsteinmauerwerk bis einschließlich Gebäudeklasse 4. Lehmputze sind zudem in der Innenputznorm DIN 18550-2 regulär aufgeführt. Für die Ausführung gelten daneben die Lehmbau Regeln des Dachverbands Lehm e. V.

Sie wissen, was Sie bauen wollen – wir wissen, welcher Naturbaustoff dazu passt. Stöbern Sie im Sortiment oder rufen Sie uns an, bevor die erste Palette rollt.

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